Energieeffiziente Gebäude

Wohn- und Nichtwohngebäude bauen und sanieren


Der Gebäudesektor ist für bis zu 30 % der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Der Klimaschutzplan der Bundesregierung fordert aus diesem Grund einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050. Das Ziel sind also energieeffiziente Gebäude, womit insbesondere die in Gebäuden erforderlichen Verbräuche von Wärme, Strom und Kälte adressiert werden.

Die beiden wichtigsten Punkte sind dabei die Energieeffizienz und die Integration erneuerbarer Energien in Wohn- und Nichtwohngebäuden. Der Energieeinsatz hinsichtlich Beheizen, Kühlung, Lüftung, Beleuchtung und Warmwasserbedarf unterscheidet sich bei Wohn- und Nichtwohngebäuden erheblich. Bei Wohngebäuden steht vor allem die Wärmeerzeugung (Beheizung) im Vordergrund, während bei Nichtwohngebäuden der Stromverbrauch (Kühlung, Lüftung, Beleuchtung) dominiert.

Um dieses Ziel zu erreichen, sind Investitionen in energieeffiziente Sanierungen und erneuerbare Wärme notwendig. Anreize werden gesetzt durch verschiedene Förderprogramme, wie z. B. Energieberatungen, das CO2-Gebäudesanierungsprogramm (KfW-Programme „Energieeffizienz bauen und sanieren“) und die Weiterentwicklung der Nutzung erneuerbarer Energien im Wärme- und Kältemarkt.

Für Sie ist eine energetische Sanierung sinnvoll, da Ihre Heiz- und Warmwasserkosten sinken und Ihr Wohnkomfort steigt.

CO2-Gebäudesanierungsprogramm


Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm ist ein wichtiges Mittel für energieeffiziente Gebäude. Die KfW-Programme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren werden aus den Mitteln dieses Programms finanziert. Die Förderung erfolgt dabei über Zuschüsse oder über zinsgünstige Darlehen mit Tilgungszuschüssen. Je besser die Energieeffizienz, desto höher ist die Förderung.

Wichtig ist, dass sowohl bei Sanierungen als auch bei Neubauten der Antrag vor Maßnahmenbeginn gestellt werden muss.

Wohngebäude – „Energieeffizient Sanieren“ und „Energieeffizient Bauen“


Für Wohngebäude gibt es die Förderprogramme „Energieeffizient Sanieren“ und „Energieeffizient Bauen“.

Im Rahmen des Programms „Energieeffizient Sanieren“ werden umfassende Sanierungen zum KfW-Effizienzhaus, einzelne Sanierungsmaßnahmen, wie z. B. Dämmung von Außenwänden oder Dachflächen, Einbau neuer Fenster, Heizungsaustausch und Lüftungsanlagen, und die Fachplanung und Baubegleitung durch einen Sachverständigen gefördert.

Beim Programm „Energieeffizient Bauen“ wird der Neubau energieeffizienter Wohngebäude als KfW-Effizienzhaus gefördert.

Links zum Thema:
KfW-Programme für Privatpersonen – Neubau.
KfW-Programme für Privatpersonen – Bestandsimmobilie.

Nichtwohngebäude – „Energieeffizient Bauen und Sanieren“


Im Rahmen des Programms „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ werden sowohl einzelne Sanierungsmaßnahmen oder umfassende Sanierungen zum KfW-Effizienzhaus als auch der Neubau energieeffizienter Gewerbegebäude als KfW-Effizienzhaus gefördert.

Link zum Thema:
KfW-Programme für Unternehmen.

Gebäude kommunaler und sozialer Einrichtungen – „IKK und IKU – Energieeffizient Bauen und Sanieren“


Für Kommunen, kommunale Unternehmen und gemeinnützigen Organisationsformen (einschließlich Kirchen) gibt es das Förderprogramm „IKK und IKU – Energieeffizient Bauen und Sanieren“. Es werden umfassende Sanierungen zum KfW-Effizienzhaus und einzelne Sanierungsmaßnahmen, wie Dämmung von Außenwänden oder Dachflächen, Einbau neuer Fenster, Heizungsaustausch oder Lüftungsanlagen, gefördert.

Link zum Thema:
KfW-Programme für öffentliche Einrichtungen.

Erneuerbare Energien auf dem Wärmemarkt


Auf dem Wärmemarkt bestehen noch erhebliche Potenziale für die Nutzung erneuerbarer Energien. Gerade für das Heizen wird zu viel Energie verbraucht, denn mehr als zwei Drittel der Heizungsanlagen in Deutschland arbeiten ineffizient.

Mit dem Marktanreizprogramm (MAP) wird der Einbau von Solarthermieanlagen, Biomasseheizungen und Wärmepumpen für Privatpersonen, Freiberufler und Unternehmen gefördert.

Das Ziel ist vor allem die Modernisierung bestehender Gebäude und gewerblicher bzw. industrieller Prozesse. Bei Neubauten besteht bereits eine Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien nach dem Erneuerbaren Energien Wärmegesetz (EEWärmeG). Eine Förderung ist dann nur bei bestimmten, innovativen Anlagentypen möglich.

Kleinere Anlagen in Privathaushalten und Unternehmen werden durch Zuschüsse des BAFA gefördert. Hierzu zählen Solarthermiekollektoren auf dem Dach, Pelletheizungen im Keller und effiziente Erdsonden im Garten für die Wärmepumpe im Haus.

Große, gewerbliche Anlagen (z. B. Wäschereien, Hotels oder kommunale Eigenbetriebe) werden durch zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse der KfW gefördert. Darunter fallen Investitionen in erneuerbare Prozesswärme, die Errichtung von Biomasse-Heizkraftwerken oder dafür ausgelegte Wärmenetze.

Links zum Thema:
Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)
Heizen mit Erneuerbaren Energien (BAFA) für kleinere Anlagen in Privathaushalten und Unternehmen.
Erneuerbare Energien – Premium (KfW) für große, gewerbliche Anlagen

Die Energieeinsparverordnung (EnEV)


Die Energieeinsparverordnung von 2013 setzt die Richtlinie 2010/31/EU über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden mit Wirkung ab dem 1. Mai 2014 um.

Die EnEV gilt für Gebäude, die beheizt oder klimatisiert werden. Die Vorgaben beziehen sich auf die Heizungs- und Klimatechnik und vor allem auf den Wärmedämmstandard von Wohn- und Nichtwohngebäuden.

Schwerpunkte der EnEV:

  • Energieausweise
  • Senkung des Energiebedarfs von Neubauten auf einen Niedrigenergiehausstandard
  • Übergang zu einer ganzheitlichen Betrachtung von neuen Gebäuden unter Einbeziehung der Anlagentechnik
  • Austausch- und Nachrüstpflichten für Bestandsgebäude

Energieausweise


Energieausweise sind zur Bewertung des energetischen Zustands von Gebäuden vorgeschrieben. Darin sind allgemeine Angaben zum Gebäude, zu den für die Beheizung verwendeten Energieträgern, die Energiekennwerte des Gebäudes und auch Vorschläge zur Modernisierung enthalten.

Bei Neubauten, umfassenden Sanierungen und bei Bestandsgebäuden, die vermietet oder verkauft werden, ist ein Energieausweis Pflicht.

Grundsätzlich werden Verbrauchs- und Bedarfsausweise unterschieden. Beim Verbrauchsausweis werden Energieverbrauchskennwerte auf Grundlage von Heizkostenabrechnungen oder Verbrauchsdatenmessungen ermittelt. Das Problem bei dieser Art von Ausweisen ist, dass die Kennwerte vom Heizverhalten der Bewohner abhängig sind.

Bei Bedarfsausweisen wird dieses Problem umgangen, da die Energiebedarfskennwerte auf der Grundlage von Baujahr, Bauunterlagen, technischen Daten und unter Annahme von bestimmten Bedingungen der Klimadaten und des Nutzerverhaltens, bestimmt werden.

Bei einem Gebäude mit starkem Publikumsverkehr auf mehr als 250 m² Nutzfläche, der auf behördlicher Nutzung beruht, muss ein Energieausweis ausgestellt und für die Öffentlichkeit sichtbar ausgehängt werden. Liegt keine behördliche Nutzung vor, muss in Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr auf mehr als 500 m² Nutzfläche der Energieausweis öffentlich sichtbar aushängen.

Niedrigenergiehausstandard


Bei der Planung und dem Bau eines neuen Wohnhauses muss darauf geachtet werden, dass der berechnete, jährliche Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung den erlaubten Höchstwert nicht überschreitet. Der Primärenergiebedarf berücksichtigt dabei nicht nur die Endenergie, die ins Haus geliefert wird, sondern auch die Art des Energieträgers und deren Einfluss auf die Umwelt.

Der Höchstwert des Primärenergiebedarfs liegt seit dem Jahr 2016 für Neubauten um 25 % höher als bisher. Die erhöhten Anforderungen dienen dem Ziel, dass ab dem Jahr 2021 europaweit Niedrigstenergiehäuser als Neubaustandard gelten sollen. Diese zeichnen sich durch eine sehr gute Gesamtenergieeffizienz aus, sodass nur noch sehr wenig Energie benötigt wird, die möglichst regenerativ erzeugt wird.

Ganzheitliche Betrachtung von Gebäude und Anlagentechnik


Da sich die Anforderungen in der neuen EnEV auf den Jahresprimärenergiebedarf beziehen, muss die Anlageneffizienz und der Wärmeschutz ganzheitlich betrachtet werden.

Der neue ganzheitliche Ansatz definiert den Primärenergieverbrauch als Zielgröße. Dadurch gewinnt das Zusammenspiel zwischen dem Gebäude und seiner Anlagentechnik erheblich an Bedeutung, denn der Jahresprimärenergiebedarf wird durch den Wärmeschutz des Gebäudes und durch die Anlageneffizienz beeinflusst.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Architekten und dem Anlagenplaner ist daher zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zwingend erforderlich. Spätestens zu Beginn der Entwurfsphase des Gebäudes sollte mit der Zusammenarbeit begonnen werden.

Austausch- und Nachrüstpflichten für Bestandsgebäude


Die folgenden Vorgaben gelten für alle Mehrfamilienhäuser. Ein- und Zweifamilienhäuser sind ausgenommen, wenn der Eigentümer seit 2002 selbst dort wohnt.

Öl- und Gas-Standardheizkessel, die vor dem 01.10.1978 eingebaut worden sind, dürfen nicht mehr betrieben und müssen ausgetauscht werden. Seit 2015 gilt dies außerdem für alle Kessel, die älter als 30 Jahre sind. Diese Pflicht trifft jedoch nur Konstanttemperaturkessel und keine Brennwert- oder Niedertemperaturanlagen mit einem besonders hohen Wirkungsgrad.

Weiterhin ist Pflicht, dass Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen und oberste Geschossdecken zu unbeheizten Dachräumen gedämmt werden müssen, wenn sie keinen so genannten „Mindestwärmeschutz“ aufweisen.

Auch wenn Bauteile verändert oder modernisiert werden sollen, müssen bestimmte Anforderungen der EnEV erfüllt werden. Bei großen Modernisierungen wird eine energetische Gesamtbilanzierung vorgenommen. Der Primärenergiebedarf darf allerdings sehr viel höher liegen (bis zu 87 %) als bei einem entsprechenden Neubau. Wenn nur einzelne Sanierungen oder einzelne Bauteile erneuert werden sollen, muss das Bauteil bestimmte Anforderungswerte an den Wärmedurchgangskoeffizienten erfüllen.

Unsere Aufgabe besteht darin, Berechnungen nach der EnEV durchzuführen, Energieausweise zu erstellen und Sie bei der weiteren Planung zu unterstützen. Vereinbaren Sie hierzu ein erstes unverbindliches Beratungsgespräch.

Links zum Thema:
Energieeinsparverordnung (EnEV).
Richtlinie 2010/31/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Mai 2010 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden.

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